Tomatensoße
Manche Erinnerungen überleben Jahrzehnte. Diese schmeckt nach Tomatensauce. Meine Mutter konnte unglaublich gut kochen und ihre Tomatensauce habe ich geliebt. So sehr, dass aus einem heimlichen Löffel irgendwann ziemlich viele wurden. Mein genialer Plan, damit sie nichts merkt? Wasser auffüllen, umrühren, ein bisschen Salz dazu. 😅 Bis heute muss ich darüber lächeln. Über einen Geschmack, meine Mutter und einen kleinen Moment von früher, der sich einfach gut anfühlt.
Es gibt Erinnerungen, die mir bis heute ein Lächeln ins Gesicht zaubern.
Vielleicht waren es kleine Inseln von Normalität: EssenNaschenMärchenLachen Ganz gewöhnliche Dinge.
Gerade diese ganz normalen Erinnerungen sind für mich wertvoll, weil ich sie mir nicht ausdenken muss. Es gab sie wirklich.
Die Tomatensauce meiner Mutter
Meine Mutter konnte sehr gut kochen. Und es gab diese eine Tomatensauce. Ich weiß nicht, was sie damit gemacht hat, aber gefühlt konnte nur sie diese Tomatensauce so gut kochen. Und ich liebte sie.
Ich kann mich noch daran erinnern, wie ich heimlich mit einem Teelöffel an den Topf gegangen bin. Ein Löffel. Nur mal probieren. Dann noch einer. Und noch einer. Aus zwei oder drei Löffeln wurden irgendwann ziemlich viele Löffel.
Leider hatte meine Aktion einen entscheidenden Nachteil: Der Topf wurde leerer. Und irgendwann war selbst mir klar, dass man das möglicherweise bemerken könnte. Also brauchte ich einen Plan.
Der "perfekte" Plan
Wasser. Wenn ich die fehlende Tomatensauce einfach mit Wasser auffülle, sieht der Topf doch wieder genauso voll aus.
Gesagt, getan. Ein bisschen Wasser hinein, umrühren und vorsichtshalber noch etwas Salz dazu. Perfekt. Zumindest in meiner Vorstellung.
Natürlich schmeckte die Tomatensauce danach nicht mehr so wie vorher. Und eigentlich wusste ich wahrscheinlich schon während meiner großartigen Rettungsaktion, dass das niemals funktionieren würde. Aber einen Versuch war es offenbar wert.
Wenn ich heute daran denke, muss ich lächeln. Es ist einfach eine schöne Erinnerung. Eine Erinnerung an einen ganz normalen Moment, in dem ich etwas unglaublich Lecker fand und offensichtlich der Meinung war, dass ein bisschen Wasser und Salz niemandem auffallen würden.
Weitere Geschmackserinnerungen
Und davon gab es mehr. Zum Beispiel das Hühnerfrikassee meiner Mutter. Auch das ist bis heute eines meiner Lieblingsessen.
Manche Geschmäcker tragen Erinnerungen in sich. Wenn ich heute Hühnerfrikassee oder Spaghetti mit der Tomatensoße esse oder es selbst mache, ist da sofort etwas Vertrautes. Etwas Gutes. Und ich erinnere mich gerne daran.
Vielleicht waren es kleine Inseln von Normalität:
- Essen
- Naschen
- Märchen
- Lachen
Ganz gewöhnliche Dinge.
Märchen und das Gefühl von Geborgenheit
Ich mochte Märchen. Diese Welten, in denen alles irgendwie vorhersehbarer war. In denen es zwar etwas Böses geben konnte, aber irgendwann wurde alles wieder gut. Es wurde friedlich.
Vielleicht mochte ich genau dieses Gefühl.
Kleine Fantasie-Oasen im Alltag
Wenn ich darüber nachdenke, habe ich mir etwas davon bis heute bewahrt. Manchmal brauche ich keine Tiefe. Dann möchte ich etwas Leichtes im Fernsehen sehen oder mich mit völlig belanglosen Dingen im Internet beschäftigen.
Einfach raus aus all den Gedanken. Für einen Moment in eine Welt, in der nichts von mir verlangt wird. Vielleicht sind das heute meine kleinen Fantasie-Oasen.
Und manchmal braucht es dafür gar nicht viel. Manchmal reicht ein Teller Hühnerfrikassee. Oder die Erinnerung an einen Topf Tomatensauce, von dem ich tatsächlich glaubte, niemand würde merken, dass plötzlich ziemlich viel Wasser darin war.
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