Zurück zur Startseite
Bin ich zuviel?

Mein Weg zu mir 4 Min. Lesezeit

Bin ich zuviel?

Bin ich zu viel? Eine Frage, von der ich dachte, sie längst hinter mir gelassen zu haben. Bis ich angefangen habe, mich wirklich sichtbar zu machen – mit meinem Gesicht, meiner Stimme und meiner Geschichte. Und plötzlich merkte ich: Dieser prüfende Blick auf mich ist viel älter als TikTok und Instagram.

Bin ich zu viel?

Heute habe ich mir doch tatsächlich Gedanken darüber gemacht:

Ich muss die Verantwortung für die Bewertung anderer Menschen gar nicht übernehmen. Ich kann sie selbst entscheiden lassen.

Bin ich zu viel?

Die Idee kam daher, dass ich mich momentan sehr mit meinem Projekt Tiefenmut auseinandersetze. Ich schreibe mein Buch, meinen Blog und nun habe ich auch noch beschlossen, mich mehr zu öffnen. Auf TikTok, auf Instagram – all diese Medien machen mich plötzlich öffentlich sichtbar.

Und auf einmal denke ich über Dinge nach, über die ich vorher gar nicht so nachgedacht habe.

  • Bin ich schön genug?
  • Bin ich zu dick?
  • Bin ich zu dünn?
  • Bin ich attraktiv genug?
  • Komme ich gut rüber?

Ist meine Erzählstimme eigentlich die richtige?


Der kritische Blick auf mich selbst

Und ich muss zugeben: Bei der Erzählstimme habe ich geschummelt.

Ich mochte meine eigene Stimme nicht hören. Es war, als würde ich einer fremden Person zuhören.

Hört man eigentlich mein Gefühl in meiner Stimme? Oder hört man es nicht? Kann ich mit meiner Stimme überhaupt transportieren, was ich zu sagen habe?

Und vielleicht noch viel wichtiger:

Ist das wirklich die Frau, die ich hier gerade beschreibe? Die Frau, die diese Geschichte erlebt hat?

Ich sehe mich auf diesen Videos und ertappe mich dabei, wie ich mich betrachte. Wie ich mich bewerte.

Und irgendwann kam die Frage:

Bin ich eigentlich zu viel?

Mute ich mich anderen Menschen zu sehr zu?


Warum dieser Blick auf mich?

Dabei bin ich heute eine gestandene Frau. Ich bin in meinem Leben angekommen und ich fühle mich wohl. Ich mag mein Leben. Und eigentlich mag ich auch die Frau, die ich heute bin.

Warum also dieser kritische Blick auf mich selbst?

Während ich darüber nachdachte, merkte ich, dass mir dieser Blick gar nicht so unbekannt ist.

Ich kenne ihn schon sehr lange.

Das kleine Mädchen wurde früh bewertet.

Von meiner Mutter.

Da gibt es Sätze, an die ich mich erinnere.

„Wenn du weinst, siehst du hässlich aus.“

Das wurde dem kleinen Mädchen immer wieder suggeriert.

Und auch dieses Gefühl kenne ich:

Du bist zu aufdringlich. Du bist zu viel.

Wenn Menschen sich für mich interessierten, wenn das kleine Mädchen Aufmerksamkeit bekam, wurde mir signalisiert:

  • „Nimm dich nicht so wichtig.“
  • „Spiel dich nicht so auf.“

Vielleicht ist es gar nicht so erstaunlich, dass etwas davon geblieben ist.

Nicht unbedingt die Sätze selbst. Aber dieser Blick.

Dieser prüfende Blick auf mich.

  • Wie sehe ich aus?
  • Wie wirke ich?
  • Wie komme ich bei anderen an?
  • Darf ich mich so zeigen?
  • Nehme ich gerade zu viel Raum ein?

Mein eigener Bewertungsmaßstab

Während ich diesen Gedanken nachhing und darüber nachdachte, wie mein eigenes Bewertungssystem eigentlich funktioniert, musste ich plötzlich lachen.

Denn mir wurde klar, wie selbstkritisch ich auf mich schaue.

Und manchmal schaue ich mit genau diesen Augen auch auf andere Menschen.

Der Unterschied ist nur:

Jetzt mache ich mich selbst sichtbar.

Ich zeige mich.

Mit meinem Gesicht. Mit meiner Stimme. Mit meiner Geschichte.

Und vielleicht ist genau das gerade so ungewohnt.

Dann kam mir noch ein anderer Gedanke.

Verantwortung für die Bewertung abgeben

Ich muss die Verantwortung für die Bewertung anderer Menschen gar nicht übernehmen.

Ich kann sie selbst entscheiden lassen.

Ob sie mich hören wollen. Ob sie mich sehen wollen. Ob sie mein Buch lesen wollen. Ob sie meinen Blog lesen wollen.

Sie dürfen bleiben.

Und sie dürfen auch weitergehen.

Ich muss diese Entscheidung nicht vorwegnehmen, indem ich mich vorher schon kleiner mache.

Das zu erkennen, zaubert mir tatsächlich ein Lächeln ins Gesicht.

Und ich muss zugeben, es macht mich manchmal auch ein bisschen traurig.

Denn vielleicht ist das Zu-mir-Stehen noch nicht zu hundert Prozent bei mir angekommen.


Neues lernen: Einfach da sein

Obwohl ich heute eine gestandene Frau bin. Obwohl ich mein Leben mag. Obwohl ich mich darin wohlfühle.

Da ist offenbar noch etwas von diesem kleinen Mädchen, das sehr früh gelernt hat, sich mit den Augen anderer zu betrachten.

Und vielleicht darf ich gerade etwas Neues lernen:

Mich zu zeigen, ohne vorher zu entscheiden, ob ich für andere zu viel bin.

Denn ob jemand bleiben möchte, darf dieser Mensch heute selbst entscheiden.

Und ich?

Ich darf einfach da sein.

Blog

Weiterlesen

Heute bin ich da!
Mein Weg zu mir

Heute bin ich da!

Manchmal braucht es keinen Abschluss. Nur einen Moment, in dem alles da sein darf: die Erinnerung, die Tränen und das kleine Mädchen. Heute bin ich da.

Die Erlaubnis, mich wieder zu fühlen
Mein Weg zu mir

Die Erlaubnis, mich wieder zu fühlen

Manchmal merke ich erst in der Stille, wie sehr ich mich selbst vermisst habe. Heute habe ich nichts vor. Und vielleicht treffe ich genau deshalb jemanden wieder, für den im Alltag oft viel zu wenig Zeit bleibt: mich. 🤎

Wenn aus “Ich könnte“ zum „Ich müsste“ wird
Mein Weg zu mir

Wenn aus “Ich könnte“ zum „Ich müsste“ wird

Endlich frei. Und plötzlich muss ich alles. Ich habe Urlaub. Niemand erwartet etwas von mir. Niemand sagt mir, was ich tun soll. Und trotzdem ist sie da, diese innere Liste: Aufräumen. Wäsche. Schreiben. Kreativ sein. Bis ich mich frage: Wer macht mir eigentlich diesen Druck, wenn es heute niemand mehr tut? Die Antwort führt mich zurück zu blauen Müllsäcken, einer offenen Kinderzimmertür – und zu der Frage, was Freiheit für mich heute wirklich bedeutet.

Kommentare

Diskussion zum Beitrag

0 freigegebene Kommentare

Noch keine freigegebenen Kommentare. Sei die erste Person mit einer Rueckmeldung.

Anmelden, um zu kommentieren

Für Kommentare ist ein Benutzerkonto nötig. Nach dem Login kannst du direkt unter dem Beitrag schreiben.